7578m

oder doch nur 2x 3739m. ­čśë

w├Ąhrend des abstiegs von der st├╝dlh├╝tte runter zum lucknerhaus bekomme ich einen anruf von einem kollegen.┬áer h├Ątte am freitag/samstag eine weisskugeltour von der sch├Ânen aussicht f├╝r mich.
nachdem ich f├╝r dieses wochenende eine kurzfristige stornierung hatte, und erst am sonntagabend wieder auf die similaunh├╝tte muss, passt mir die geschichte ganz gut rein. ....
.... ich soll am freitag um ca.┬á18.00 uhr┬áauf der sch├Ânen aussicht sein, am samstag gehts von da zur weisskugel und anschliessend am selben weg wieder zur├╝ck zur h├╝tte. die g├Ąste sind im schnalstal stationiert.
f├╝r mich bedeutet das, dass ich selber von vent ├╝bers hochjochhospiz zur sch├Ânen aussicht aufsteigen und am samstag nach beendigung der tour das elendig lange tal wieder raus muss.
bei flotten tempo brauche ich am hinweg gute drei stunden, retour ein bisschen weniger. die teilstrecke zum hochjochhospiz bin ich auch schon mit der trial gefahren, der fussweg ist aber recht exponiert und teilweise drahtseilversichert , eine kleine unachtsamkeit kann 50m tiefer in der schlucht enden. damals hab ich mir vorgenommen, diese strecke nicht mehr mit dem motorrad zu fahren, 'mir hat geschwindelt' ­čĄĽ

w├Ąhrend ich also weiter richtung kals absteige, f├Ąllt mir die option 'startpunkt schnalstal' ein.┬áich k├Ânnte mit dem motorrad ├╝ber das timmelsjoch, meran und das vinschgau nach kurzras und weiter ├╝ber die skipiste bzw. den h├╝ttenweg rauf zur sch├Ânen aussicht fahren.
dadurch spare ich mir die hatscherei durchs rofental. es ist halt doch schon saisonsende, meine motivation f├╝r lange h├╝ttenzustiege h├Ąlt sich ein wenig in grenzen.

nur habe ich eigentlich kein richtig strassentaugliches motorrad, sondern eine wandertrialmaschine mit nur 15 ps, 200 ccm und einer bockharten sitzbank. gebaut f├╝rs gel├Ąnde.┬á
die strecke bis kurzras betr├Ągt einfach gute 100 km und ca. 2,5 stunden.
ich bin skeptisch, wie gross wird der funfaktor und wie hoch der leidensfaktor sein ­čś│.┬áaber besser als laufen ist's allemal denke ich mir, und mache mich┬áam freitag gegen 15.00 uhr┬áauf die reise.

wie bereits bef├╝rchtet wird das sitzen auf der steinharten bank bereits kurz nach moos zur tortur, insgesamt brauche ich vier 'arscherhol/zigarettenpausen' bis kurzras. ich bin so lange fahrstrecken einfach nicht gewohnt, auch geht mir zumindest die halbe strecke ein wenig 'der reiss': das strassenfahren mit den ganzen wahnsinnigen motorradlern, die wie die bl├Âden ├╝berholen, stresst mich anfangs ein wenig.
heilfroh komme ich nach gut zwei stunden in kurzras an und freue mich nun auf gewohntes terrain: das fahren mit meiner maschine macht im gel├Ąnde einfach eindeutig mehr spass.

auf der h├╝tte treffe ich eva und gustav, mit eva war ich vor ca. f├╝nf jahren schon einmal auf der venter runde unterwegs. damals haben wir aufgrund des instabilen wetters kurz vor dem gipfel der weisskugel umgedreht, jetzt will sie den gipfel nachholen.
wir verbringen einen sch├Ânen abend, einzig mein hintern schmerzt ein wenig ­čśë.
am n├Ąchsten morgen starten wir gegen halb f├╝nf und wandern mit den stirnlampen zum teufelsegg. am grat angekommen erwartet uns ein atemberaubender sonnenaufgang, das fr├╝he losgehen hat sich schon allein daf├╝r gelohnt.

eva und gustav sind fit und bewegen sich gut und so beschliesse ich einen kleinen abstieg auf den hintereisferner in kauf zu nehmen um ├╝ber den gletscher aufzusteigen.
durch diesen umweg haben wir zwar mehr h├Âhe zu machen, da aber der gletscher noch unverspurt und auch sehr spaltig ist, ist dieser weg eindeutig interessanter und auch spannender.
vorbei an, und ├╝ber riesige spalten suchen wir unseren weg rauf auf den flacheren gletscherteil und zum hintereisjoch, wo wir auf eine alte spur von der weisskugelh├╝tte treffen.

mittlerweile ist es auch warm geworden, ein perfekter, windstiller tag. andere leute sind so gut wie keine unterwegs.

die leichte kletterei zum gipfel schaffen die beiden ohne probleme und so sitzen wir nach gut f├╝nfeinhalb stunden bei t-shirt wetter auf dem gipfel der weisskugel.
ich war auch schon ca. zwei jahre nicht mehr hier oben, auch ich freu mich.
am gipfel bekomme ich einen anruf von julius, mit ihm und zwei kollegen ist am montag die 'similaun-marzellspitzen-hintere schw├Ąrze' ├╝berschreitung geplant. er erz├Ąhlt mir, dass sie zum eingehen heute bereits am similaun waren und planen, heute noch ins schnals ab-, um am sonntag wieder zur similaunh├╝tte aufzusteigen.
mir passt das gar nicht, am montag m├╝ssten wir den similaun mitnehmen um die ├╝berschreitung zur sch├Ąrze machen zu k├Ânnen. f├╝r die drei also bis zum similaun zwei stunden die gleiche strecke wie bereits heute.
ich schlage ihnen eine alternative vor: anstatt nochmals zur similaunh├╝tte aufzusteigen sollen sie heute noch nach kurzras wechseln, mit der bahn auf die grawand fahren und zur sch├Ânen aussicht absteigen.
dann k├Ânnten wir morgen auf die weisskugel gehen, die drei waren dort auch noch nicht oben. ich m├╝sst halt zweimal hintereinander rauf, was manchmal auch ein teil meines jobs ist, wenn der zweite tag auch nicht mehr so interessant f├╝r mich ist.
ich w├╝rd in dem fall einfach gleich auf der h├╝tte bleiben, f├╝r mich w├Ąrs logistisch ideal.
sie wollen die sache besprechen, wir telefonieren, wenn ich auf der h├╝tte bin.

zur├╝ck zum gipfel.
nach einer knappen stunde pause machen eva, gustav und ich an den abstieg.
nach dem hintereisjoch folge ich dabei unserer aufstiegsspur noch ein wenig um dann den gletscher am steinschlagjoch zu verlassen. dadurch haben wir eine variante der strecke, m├╝ssen nicht mehr so viel gegenaufsteigen und sparen uns bei den nun bereits weichen bedingungen den gletscherbruch.

kurz unterhalb der skiliftstation des teufelseggliftes trennen sich unsere wege: eva und gustav steigen ├╝ber die skipiste direkt ab richtung kurzras, ich muss zur├╝ck zur sch├Ânen aussicht, mein motorrad steht ja da.
wir besprechen noch die pl├Ąne f├╝r den n├Ąchsten sommer, fassen eine gemeinsame, azyklische berninadurchquerung f├╝r n├Ąchstes jahr ins auge.
am sonntag treffe ich julius, georg und fabius auf der h├╝tte.
ich kenne die drei nur vom telefon, die sind hochtourenm├Ąssig recht unerfahren, machen mir aber einen guten eindruck.
da sie morgen gerne als erste auf dem gipfel sein m├Âchten, lege ich unsere startzeit auf vier uhr morgens fest.
durch den fr├╝heren start w├Ąhle ich eine ein wenig andere aufstiegsroute, genau rechtzeitig zum noch beeindruckenderen sonnenaufgang als am samstag erreichen wir das steinschlagjoch. bei der gleichen routenwahl wie vorgestern h├Ątten wir den tagesanbruch nur halb so sch├Ân erlebt.
auf dem gletscher kommen wir aufgrund unserer spur vom samstag und der guten k├Ârperlichen verfassung meiner g├Ąste z├╝gig voran,
m├╝ssen nach dem hintereisjoch aber zu unserer ├╝berraschung feststellen, dass in der steilstufe des matscher wandls bereits eine seilschaft unterwegs ist. die vier m├╝ssen heute schon sehr fr├╝h von der oberettesh├╝tte aufgebrochen sein.
ein wenig angepisst fragen mich die jungs ob wir ein gas geben k├Ânnen um trotzdem als erste den gipfel zu erreichen.
gesagt, getan, und da der gast k├Ânig ist, erreichen wir um halb neun bei wieder perfekten bedingungen den gipfel der weisskugel.

nach einer ausgiebigen gipfelrast und flotten abstieg w├Ąhle ich noch die variante durch die spaltenzone. die drei sind sichtlich beeindruckt und haben durchaus spass beim durchqueren des gletscherbruchs, auchdie zus├Ątzlichen h├Âhenmeter zur├╝ck zum grat st├Âren sie nicht wirklich.
im skigebiet trennen sich unsere wege, ich laufe zur├╝ck zur h├╝tte, julius, georg und fabius steigen weiter ab.

trotz zweimal weisskugel in drei tagen war es auch f├╝r mich ein sch├Ânes wochende, mit t├Ąglich stark unterschiedlichen eindr├╝cken.
ein sch├Âner Berg.
und auch die motorradheimfahrt hat einiges an schrecken verloren, ein wenig freue ich mich sogar drauf.